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23 Bezirke - 23 Gesichter: Warum jeder Wiener seinen Bezirk für den besten hält

  • vor 6 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
PS: Ich finde ja den 12. Bezirk sowieso am schönsten 😉

Wien ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Genau genommen sogar mit 23 sehr stolzen Gesichtern. Denn in Wien lebt man nicht einfach nur in Wien – man lebt im Bezirk. Und dieser Bezirk ist selbstverständlich der beste. Ohne Diskussion. Ohne Zweifel. Und ganz sicher besser als der Bezirk vom Kollegen, vom Schwager oder von der Schwiegermutter.


Fragt man Wienerinnen und Wiener, warum ihr Bezirk der beste ist, bekommt man meist eine Mischung aus ernst gemeinter Überzeugung, liebevoller Übertreibung und einer kleinen Portion lokalem Stolz, der fast schon an Fußballfanatismus erinnert. Nur dass es hier nicht um Vereine geht, sondern um Postleitzahlen.



Beste Bezirk Wiens


Der Bezirk als Identität

In vielen Städten sagt man einfach: „Ich komme aus Wien.“ Ein Wiener hingegen sagt eher: „Ich bin aus dem Siebten“ oder „Ich wohne im Zwölften“. Der Bezirk ist in Wien fast schon eine kleine Heimat innerhalb der großen Stadt.


Wer im 1. Bezirk wohnt, erzählt gerne, dass er praktisch im Wohnzimmer der Stadt lebt. Man hat alles vor der Tür: Geschichte, Architektur, Touristen und Preise, bei denen sogar das Konto kurz schluckt.


Die Bewohner des 7. Bezirks sind überzeugt, im kreativsten Teil der Stadt zu leben. Hier gibt es Galerien, hippe Cafés, Vintage-Läden und Menschen, die aussehen, als wären sie direkt aus einem Kunstmagazin spaziert.


Und dann gibt es Bezirke wie den 10., 11. 12. oder 21., wo man gerne erklärt: „Bei uns ist Wien noch echt.“ Weniger Schickimicki, mehr Alltag, mehr Nachbarschaft – und vor allem bessere Kebapstände.


Jeder Bezirk hat seine Legenden

Jeder Wiener Bezirk hat seine eigenen Geschichten. Manche erzählen stolz von historischen Gebäuden, andere von legendären Wirtshäusern oder Parks, in denen man angeblich den schönsten Sonnenuntergang der Stadt sieht.


Im 2. Bezirk schwört man auf den Prater. Im 13. Bezirk auf die Nähe zum Wald und auf die elegante Ruhe. Im 16. Bezirk auf die charmante Mischung aus Tradition, Kultur und einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh.


Und egal, welchen Bezirk man fragt – irgendwo gibt es immer „das beste Schnitzel“, „den schönsten Markt“ oder „das gemütlichste Beisl der ganzen Stadt“.



Beste Bezirk Wiens


Die freundschaftliche Rivalität

Natürlich bleibt es nicht bei Stolz. Wiener lieben es auch, sich gegenseitig ein wenig aufzuziehen.

Wer aus einem inneren Bezirk kommt, behauptet gern, alles außerhalb des Gürtels sei „eh schon fast Niederösterreich“. Wer aus einem äußeren Bezirk kommt, kontert dafür mit mehr Grün, mehr Platz und der festen Überzeugung, dass man dort noch normal parken kann – was im Zentrum ungefähr so selten ist wie ein leerer Kaffeehaus-Tisch am Sonntagnachmittag.


Diese Rivalität ist allerdings selten ernst gemeint. Sie gehört einfach zum Wiener Alltag dazu, wie der Grant, der Schmäh und die Diskussion darüber, wo es die beste Sachertorte gibt.


Der wahre Grund

Am Ende hat jeder Wiener recht. Denn der beste Bezirk ist meistens der, in dem man sich zuhause fühlt. Der Ort, an dem man seinen Lieblingsbäcker kennt, weiß, in welchem Park die Sonne am schönsten scheint, und bei welchem Wirt man schon beim Reinkommen begrüßt wird.


Genau deshalb verteidigen Wiener ihren Bezirk so leidenschaftlich. Nicht, weil er objektiv der beste ist – sondern weil er ihr eigener ist.


Und wenn man ehrlich ist, macht genau das den Charme der Stadt aus: 23 Bezirke, 23 kleine Welten und Millionen guter Gründe, warum ausgerechnet dieser eine der beste sein soll.

 
 
 

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