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Alles nur noch KI? Warum Facebook Reels ihre Seele verloren haben

  • Autorenbild: Jürgen Baumelt
    Jürgen Baumelt
  • 21. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Ich weiß nicht, wann genau es passiert ist, aber irgendwann habe ich beim Scrollen durch Facebook-Reels gemerkt: Das hier fühlt sich nicht mehr echt an. Der Großteil der Kurzvideos, die mir angezeigt werden, wirkt wie aus derselben KI-Schablone gepresst. Und ja, ich spreche bewusst nur von Facebook, denn TikTok oder Instagram nutze ich nicht. Was dort passiert, kann ich also nicht beurteilen. Aber das, was mir Facebook inzwischen vorsetzt, nervt mich zunehmend – und zwar gewaltig.


Fast jedes zweite Reel sieht gleich aus. Künstlich generierte Stimmen, die emotionslos Texte vorlesen. Bilder und Videos, die zwar auf den ersten Blick beeindruckend wirken, aber bei genauerem Hinsehen keinerlei Seele haben. Tiere mit übertrieben großen Augen, Landschaften, die zu perfekt sind, Menschen, die irgendwie menschlich aussehen, aber doch nicht wirklich existieren. Alles glatt, alles berechnet, alles austauschbar.



Reels nur mehr von KI
KI-Bild aus Pixabay

Was mich daran besonders stört: Diese Inhalte tun so, als wären sie kreativ. Dabei sind sie oft nichts weiter als das Ergebnis eines Prompts, ausgespuckt von einer KI, die gelernt hat, was gerade Aufmerksamkeit bringt. Dramatische Musik, künstliche Empörung, pseudo-weise Lebensweisheiten oder rührselige Geschichten, die bei näherer Betrachtung komplett hohl sind. Hauptsache, sie erzeugen Klicks, Likes und Reichweite.


Früher waren Reels – zumindest teilweise – kurze Einblicke in echte Leben. Menschen, die etwas erlebt, gefilmt, geschnitten und geteilt haben. Unperfekt, manchmal banal, aber real. Heute habe ich immer öfter das Gefühl, durch einen endlosen Katalog künstlicher Inhalte zu scrollen, bei denen nichts mehr hängen bleibt. Ich scrolle weiter, weil alles gleich wirkt. Und genau das ist das Problem.


KI hat ohne Frage ihre Berechtigung. Auch ich sehe den Nutzen von künstlicher Intelligenz in vielen Bereichen. Aber wenn soziale Netzwerke zu großen Teilen mit KI-generiertem Einheitsbrei geflutet werden, geht etwas verloren: Authentizität. Persönlichkeit. Überraschung. Das, was soziale Medien ursprünglich einmal interessant gemacht hat.



Reels mit KI
KI-Bild aus Pixabay

Besonders absurd finde ich, dass viele dieser Reels nicht einmal mehr klar kennzeichnen, dass sie KI-generiert sind. Man merkt es zwar relativ schnell, aber trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack. Es wird eine Realität simuliert, die es so nie gegeben hat. Geschichten werden erfunden, Emotionen nachgeahmt, Schicksale konstruiert – alles nur, um ein paar Sekunden Aufmerksamkeit zu erhaschen.


Mich ermüdet das. Es macht keinen Spaß mehr, sich durch diese Flut an künstlichen Inhalten zu kämpfen. Statt Inspiration oder Unterhaltung bleibt Frust. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen Traurigkeit darüber, wie sehr Quantität inzwischen über Qualität siegt.


Vielleicht bin ich altmodisch. Vielleicht bin ich einfach nicht mehr die Zielgruppe. Aber ich wünsche mir wieder mehr echte Menschen, echte Ideen und echte Geschichten in meinem Feed. Weniger KI-Reels, die aussehen, als hätte sie ein Algorithmus für einen anderen Algorithmus produziert.


Denn wenn am Ende niemand mehr weiß, ob hinter einem Video ein Mensch oder eine Maschine steckt, dann ist für mich etwas Grundlegendes verloren gegangen. Und genau deshalb nervt mich diese Entwicklung inzwischen tierisch.

2 Kommentare


Bernd
23. Jan.

In diesen Reels wird nur mehr Müll gezeigt. Von echten Menschen, echten Erlebnissen, echten Pannen,... nur mehr KI-erstellter Müll. Man kann diese Entwicklung nun auch schon bei manchen Werbungen in den Werbepausen im Fernseher erkennen. War Werbung bzw die Werbepausen immer schon mühsam, wird es durch diesen Schrott noch schlimmer.

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Hilde
21. Jan.

Reels sind echt nur mehr Schrott

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