Oh du Schreckliche: Weihnachten und ich – wir werden einfach keine Freunde
- Jürgen Baumelt

- 14. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.
Ach, Weihnachten. Dieses zauberhafte Fest der Liebe, des Friedens – und der vollkommenen geistigen Zersetzung. Alle Jahre wieder wächst in mir eine tiefe, innere Überzeugung: Ich bin vermutlich der einzige Mensch auf diesem Planeten, der im Dezember nicht mit freudig strahlenden Augen durch Einkaufszentren tanzt, während im Hintergrund „Last Christmas“ bereits seine 87. Wiederholung für diesen Tag feiert.
Aber vielleicht fühlst du ja mit mir. Vielleicht gehörst du zu jenen stillen Helden, die ebenso denken: Dieses Fest könnte so viel entspannter sein, wenn es nicht Weihnachten wäre.
Während sich andere Menschen kurz vor Weihnachten bewaffnet durch Einkaufszentren kämpfen, als ginge es um das letzte Dosenfutter vor der Apokalypse, habe ich etwas Radikales getan: nichts. Kein Stress, keine Hektik, kein innerer Druck, noch „schnell irgendwas“ besorgen zu müssen. Mein Weihnachten kam ohne Beulen, Schweißausbrüche und Kreditkarten-Nachwehen aus.

Ich gehöre nämlich zu jener seltenen Spezies, die Weihnachten nicht automatisch in Dauer-Ekstase versetzt. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – habe ich meinen ganz eigenen Frieden damit gefunden.
Mein perfektes Weihnachten ist erstaunlich simpel: entspannt. Ohne Stress. Ohne Kochduelle. Ohne hektische Geschenkeschlachten. Keine Diskussionen darüber, wer wie lange wo bleiben muss, keine Termine im Minutentakt, keine Erwartungen, die man brav erfüllen soll, nur weil es „halt dazugehört“.
Gekocht wurde ohne Leistungsdruck. Gegessen ohne Bewertung. Niemand musste beweisen, dass sein Gericht eine Familientradition rettet oder zumindest Instagram-tauglich ist. Essen darf einfach schmecken. Mehr verlange ich an Weihnachten nicht.

Ich weiß, viele Menschen lieben Weihnachten – und ich gönne es ihnen von Herzen. Ehrlich. Ich freue mich für jeden, der in Lichterglanz, Zimtduft und familiärer Harmonie aufgeht. Für mich darf es einfach leiser sein. Weniger Inszenierung, mehr Echtheit. Kein „Jetzt freuen wir uns aber!“, sondern ein echtes Wohlfühlen.
Ich gestalte mir Weihnachten inzwischen so, dass es wirklich meines ist. Ungekünstelt. Ruhig. Frei von diesen berüchtigten „Ich hab dir doch nur eine Kleinigkeit mitgenommen“-Momenten, die dann doch wieder Erwartungen, Rechtfertigungen und leichtes Unbehagen mitbringen.
Und ja – manchmal fühle ich mich dabei ein bisschen wie ein sanftmütiger, humorvoller Grinch. Einer, der nicht alles ablehnt, sondern einfach nur den Lautstärkeregler runterdreht. Und das ist völlig in Ordnung.

Denn eines habe ich gelernt: Nur weil ich Weihnachten nicht besonders mag, heißt das nicht, dass ich es nicht feiern kann. Ich feiere es eben auf meine Art. Still. Gelassen. Ohne Drama.
Vielleicht bin ich also gar kein Weihnachtsmuffel. Vielleicht bin ich einfach ein stiller Genießer – einer, der die ruhigen Tage rund um das Fest und ganz besonders danach zu schätzen weiß.



Am liebsten sind mir DIE Weihnachten, wo man sich nur gemütlich zusammen setzt, nett plaudert, irgendwas Feines ißt, fertig! Kein gegeseitiger Geschenkeabtausch, kein Treffen, nur weil man den/die treffen muss. Einfach mit den Leuten zusammen kommen, die man gerne hat. Und das sollte nicht nur zu Weihnachten sondern das ganze Jahr über so sein. Wir hatten heuer überhaupt keinen Streß, weil Geschenke bekommen bei uns nur die Kinder - und die besorge ich schon unter dem Jahr - immer dann, wenn sich eines der Kleinen verplappert und einen Wunsch äußert. Das Christkind hat ein Gedächnis wie ein Elefant😆
Kaufzwang, Besuchzwang, Kochzwang, ... REICHT MIR SCHON 😉
Ich kann Sie gut verstehen. Ich habe mit 35 schon so langsam die Schnauze voll. Solange man kleine Kinder hat, okay. Doch danach oder als Single, 🫣
Mit dem Alter hat das mit dem Weihnachten bei mir aufgehört. Kein Bock mich diesem Wahnsinn hin verführen zu lassen.
Sie schreiben, was ich denke. Anstatt mich freuen zu können, kommt von Heilig Abend bis zum letzten Feiertag, und noch weiter, die ach so liebe Verwandtschaft. Man lässt sich bedienen und ich denke mir: im nächsten Jahr bin ich bestimmt in weiter Ferne.